Objektbeschreibung | Liegende Figur aus verschiedenen Materialien, bemalt und angebrannt auf beschichteter Hartfaserplatte |
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Objektkategorie | Skulptur |
Maße |
Objektmaß:
Höhe: 25 cm,
Breite: 195,5 cm,
Tiefe: 97,5 cm
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Erwerbungsjahr | 1978 |
Inventarnummer | B 474/0 |
Creditline | mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln |
Rechteverweis | Unbekannt | Unknown |
Weitere Informationen zur Person | Picard, Lil [GND] |
Literatur | museum moderner kunst.SAMMLUNG HAHN |
Im Umfeld von Fluxus, Happening und Pop Art war Lil Picard eine feste Größe in der New Yorker Kunstszene. Sie trat als witzig-exzentrische, jedoch kritische Akteurin auf und berichtete für bekannte Kunstmagazine und Zeitungen über das aktuelle Kunstgeschehen. Picard, 1899 geboren, war 1937 wegen antisemitischer Verfolgung aus ihrer Heimat Deutschland, wo sie als Kabarettdarstellerin und Journalistin in der Avantgardeszene Berlins der Dada-Gruppe nahestand, nach New York emigriert. Im Werk der radikalen politischen Künstlerin – Picard war Mitglied der 1959 gegründeten NO!art-Bewegung – finden sich zahlreiche autobiografische Referenzen. 1968 fand in Köln ihre intermediale Performance „Morality Play – Self Portrait“ statt, aus der die Figur „Selfportrait N. II“ stammt. Neben der lebensgroßen Figur, die durch die Aufmachung als Alter Ego der Künstlerin erkennbar ist, verwendete Picard ein Tonband mit von ihr selbst gesprochenen Texten zu wichtigen Momenten ihrer Kindheit und Jugend sowie Projektionen von Fotos mit biografischen Referenzen und Fragmente eines Films von Andy Warhol, einer Dokumentation ihrer Performance „Construction-Deconstruction-Construction“, in welcher sie sich gegen den Vietnamkrieg wandte. Die auf einer Hartfaserplatte angebrachte Puppe mit ihrer von Brandlöchern und roten Farbspritzen gezeichneten Aufmachung erregt sowohl Furcht als auch unser Mitleid, weckt Assoziationen zwischen aggressivem Zombie und Opfer eines Massakers. Im Text zu dieser Arbeit schreibt Picard: „Mein Selbstporträt […] ist ein Versuch, mich selbst in einem Zeit-Raum-Konzept zu spiegeln; es ist auch eine psychologische Suche, um mich selbst in Relation zu meiner und zu zukünftigen Zeiten zu verstehen. […] In Erinnerung an die Vergangenheit.“